Alice, Alice, who the fuck is…

Alice Springs. Eine Kleinstadt im Nirgendwo, durchkreuzt vom Todd River, der nur alle paar Jahre Wasser führt. In Ermangelung eines konkreten Wortes für ein solches Landschaftsmerkmal (auf den Karten stand nur „Todd River, usually dry“) erfand Liana die Wortschöpfung Dryver [dɹɪvə]. Eine passende Lösung, die sicherlich in absehbarer Zeit in ganz Australien verbreitet sein wird und die ganzen usually dry „Rivers“ und „Creeks“ ablösen wird.

In „The Alice“ fanden wir Unterkunft in einem YHA-Hostel, wo wir endlich auch Betten, aber auch jede Menge Backpacker vorfanden. Nach der Abgeschiedenheit der Campingplätze und nur vereinzelten Zusammentreffen mit Australiern waren wir die zahlreichen deutschen Postabiturienten, die sich in den Hostels Australiens rumtreiben nicht mehr gewohnt. Aber egal, Hauptsache Matratzen, die man nicht jeden Abend aufblasen musste und nicht mehr täglich um sieben Uhr morgens aufwachen, weil die Sonne das Zelt gnadenlos aufheizt.

Nach zwei Tagen Relaxen (und einem kurzen Besuch bei den Royal Flying Doctors), waren wir dabei unsere lange staubige Wüstenreise fortzusetzen. Als wir bemerkten, dass ruchlose Schurken den Ford Falcon aufgebrochen hatten.

Der Millenium, äh, Quatsch, der Harrison, nee, der Ford Falcon

Der Millenium, äh, Quatsch, der Harrison, nee, der Ford Falcon

Das kleine Seitenfenster hinten links war zerschmettert und das Gefährt durchwühlt worden. Ein kurzer Moment der Panik. Was war im Auto? Hatte ich vorher meine Habseligkeiten ins Hostel geholt? Kurze Checkliste: Waren meine Wanderschuhe noch da? Ja. Meine Postkarten? Ja. Lianas und Helges CDs (welcher Dieb konnte schon einer umfangreichen Ärzte-Kompilation widerstehen)? Ja. Hmm, was war noch im Auto gewesen? Mein Lonely Planet, meine Backpackerbibel! Aber da lag er noch. Nur … was waren das für Flecken? Hatten die Einbrecher eine kleine Kaffeepause gemacht und versehentlich etwas davon über meinen Lonely Planet verschüttet? Litten sie an chronischem Nasenbluten? Oder an flüssigem Stuhl? Vorsichtig schnüffelte ich am Einband. Kein spezifischer Geruch. Sollte ich CSI Alice Springs um einen DNS-Abgleich bitten? Aber das erschien uns wie eine überflüssige Maßnahme. Schließlich war nichts abhanden gekommen.

Ein flüchtendes Känguruh

Verdächtiger Nummer 1: Ein flüchtendes Känguruh

Mit einem milden Fluch auf den Lippen verließen wir „The Alice“ – um von einem warmen Wüstenregen überrascht zu werden. Mit einem zerschmetterten Autofenster. Nachdem wir seit zwei Wochen keinen Regen mehr erlebt hatten. Schlechtes Karma? Wer weiß. Aber der Regen war schnell vobei (und noch schneller getrocknet). Jetzt ging es erstmal Richtung Darwin, zur Stadt der tätowierten Kühlschrankbewohner.

Ein lauerndes Känguruh

Verdächtiger Nummer 2: Ein lauerndes Känguruh

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Reise

2 Antworten zu “Alice, Alice, who the fuck is…

  1. Grischa

    So wie ich dich und Liana kenne habt ihr vor dem Zwischenfall mit dem Fenster einem harmlosen Kängeruh den Beutel durchwühlt und ihm seine Habseligkeiten perfide geraubt. Ein ganz klarer Fall von Rache. Was sagen sie dazu Watson?

  2. mamma

    gut,daß du nur wenige Habseligkeiten z.Zt.hast.So wird hoffentlich auch weiter nichts schlimmes passieren…also golden card am Körper tragen.In Australien sind eben ehemalige englische Strafgefangene, also doch die Gene.Ich wünsche Euch im Weiteren Glück und keinen Einbruch mehr.

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