i sell the dead

Nein, ich bin nicht unter die Leichenhändler gegangen oder Wurstwarenfachverkäufer geworden. Ich habe einfach nur einen weiteren Monsterfilm in der hiesigen Top Ten Videothek ausgeliehen.

Dominic Monaghan, besser bekannt als einer der beiden Nebenhobbits aus dem Herrn der Ringe (die beiden, die man eh immer verwechselt) spielt in der Grabräuberhorrorkomödie den Leichendieb Arthur Blake. Seit seiner Kindheit der Assistent von Willie Grimes (gespielt vom ziemlich unbekannten Larry Fassenden), lernt er das schmutzige Handwerk von der Pike auf. Im Gegensatz zu anderen Leichenhändlern der Zeit, wie etwa Burke & Hare, werden Blake & Grimes jedoch nie zu Mordbuben und greifen lieber zur Schaufel oder tricksen trinkende Trauergemeinschaften aus. Der Handel läuft mehr schlecht als recht, da ihr Hauptkunde Dr. Quint (Angus „Tall Man“ Scrimm) verdammt knauserig ist und seinen Handlangern eher mit der Polizei droht, als sie zu bezahlen. Doch mit der Entdeckung eines speziellen Leichnams (eine am Kreuzweg vergrabene gepfählte Frau) ändert sich das Blatt. Die beiden Buddler steigen groß in das Geschäft mit den Untoten ein. Die später auftauchende Femme fatale Fanny (Brenda Cooney) stört natürlich die treue Männerfreundschaft und reizt Arthur, mit der mörderischen Murphy-Gang ein Wettrennen zu einer zombieverseuchten Insel zu starten.

Die Grundidee ist goldener Boden für eine Horrorkomödie. Das englische Leichenräuberunwesen des frühen 19. Jahrhunderts trifft Dracula und die Nacht der lebenden Leichen. Das Duo Monaghan und Fassenden sind zwei schlitzohrige Buddys mit dem Herz am rechten Fleck, die ihren ghulischen Beruf etwas tollpatschig ausüben. Der Auftritt von Scrimm als Chef der Leichenräuber ist natürlich ein Highlight – wenn auch ein recht kurzes. Als roter Faden der Handlung dient übrigens die Beichte des zum Tode verurteilten Arthurs bei Father Duffy (Ron Perlman ist lange Zeit nach seiner Rolle als Salvatore bei Im Namen der Rose mal wieder in einer Mönchskutte zu sehen).

Und dieser dünne rote Faden ist auch das einzige, was die Szenen zusammenhält. Der Zuschauer sieht zahlreiche Einzelszenen, die leider keinen zusammenhängenden Film ergeben. Regisseur Glenn McQuaid konnte aus der brillianten Grundidee und den passablen Schauspielern leider keinen Film machen, der in seiner Gesamtheit überzeugt. Ein paar Szenen sind zum Brüllen komisch, aber leider hat der Film viel zu viele mittelmäßige und sogar langweilige Momente. Für einen Videoabend mit mäßigen Erwartungen angemessen, 5 von 10 möglichen Grabsteinen.

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