Die falschen Worte: Heino zitiert Hitler

Willkommen wunderschöne Leser_innen zu meiner neuen Rubrik »Die falschen Worte«. Sie ist dafür da, wenn jemand Worte falsch nutzt oder die die falschen Worte ausspricht. Heute geht es um einen aktuellen Fall:

fas

Harter Kruppstahl, weiche Birne

Er fühle sich „hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder und flink wie ein Windhund“, sagt Heino in einem Interview mit der Allgemeinen Frankfurter Sonntagszeitung. Das ist kein Flirt mit rechtskonservativen Kreisen mehr, das ist ein astreines Hitler-Zitat. Mit diesen originellen Vergleichen schilderte der große Diktator sein Ideal der deutschen Jugend. Zur Erklärung wie es zu dieser Aussage kommen konnte einfach den folgenden Dialog audialisieren:

Eine Heino-Vertraute: „Herr Kramm, sie werden seit ihrem Cover-Rock-Album gar nicht mehr als Ewiggestriger wahrgenommen.“

Heino: „Oh, das werde ich sofort ändern! Hannelore, ruf doch mal bitte eine Zeitung an. Ich muss Hitler zitieren, damit mich die Ewiggestrigen wieder als einen der Ihren anerkennen. Aber nicht die Bild, da fällt das keinem auf.“

Gesagt, getan. Die FAS-Redaktion wird sich krlammheimlich gefreut haben, als sie das Interview in dieser Form in Händen hielt. Was für schöne Schlagzeilen. Kaum vom Spiegel entdeckt, dementiert Heinos Manager Jan Mewes und behauptet, der Sänger kannte den Urheber (oder zumindest Verkünder, keine Ahnung, wer Hitlers Redenschreiber war) der Zeilen gar nicht. Das klingt unglaublich dämlich, geschichtsvergessen und geheuchelt, aber alle anderen Möglichkeiten wären aus der Sicht des Managements noch schlimmer gewesen. Mit

„Natürlich wusste er, dass das Zitat von Hitler ist. Er ist doch nicht doof.“

oder

„Natürlich hat er gewusst, dass das Zitat von Hitler ist. Er wird nur langsam dement und hat es vergessen.“

– zwei gefühlt deutlich wahrscheinlicheren Aussagen – ist kein Blumentopf zu gewinnen. Geschichtsvergessenheit wird weniger abgestraft als offenes Nazitum. Und Vergesslichkeit, allen Apotheken-Umschau-Lesern als erstes Anzeichen von Demenz bekannt, klingt eher nach Pflegeheim als nach Platinalbum. Nicht sehr verkaufsfördernd.
Die Aussage, Heino habe von nichts gewusst (ein Schelm, wer Böses dabei denkt) kann lediglich angezweifelt werden, das Gegenteil ist nicht zu beweisen. Vielleicht hat Heino auch 74 Jahre lang unter einem Stein gelebt und seine Musikkarriere einem Klon zu verdanken. Oder ein verrückter Gentechniker aus Neuschwabenland hat den Heino-Klon erst vor kurzem per Reichsflugscheibe in Umlauf gebracht und der hat das Interview gegeben. Auch eine plausible Erklärung

Bonusmaterial

Ein Flüsterwitz aus Nazizeiten: Wie ist der perfekte Arier? Blond wie Hitler, schlank wie Göring, flink wie Goebbels – und Rosenberg muss er heißen!

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Die Falschen Worte

4 Antworten zu “Die falschen Worte: Heino zitiert Hitler

  1. coolray

    vollste zustimmung..unser knödelbarde hat sich selbst entlarvt..als das was er ist..ein humorloser alt-rechter

  2. jonas

    lol das ist kein zitat, das is EIN WORT von hitler….

  3. fabioso

    Nein, das sind elf Worte, davon dreimal „wie“.

  4. Der Flüsterwitz ist prima! 🙂

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