Pöppelview: Du Opfer!

kopfueber

 

Was denken Pöppel? Was fühlen Pöppel? Ein Hineinfinden in das Seelenleben der kleinen Spielfiguren aus Holz oder Plastik ist nicht einfach. Dennoch versucht es der heutige Blogeintrag. Wer den Brettspielklassiker meint erkannt zu haben kann die eigene Vermutung über die Kommentarfunktion kundtun.

„Los ihr Hunde!“ Sessa stürmte mit zwei Sätzen voran, den Speer nach vorne ausgestreckt. Mit dem Kommando des Generals in den Ohren hielt er Ausschau nach den Feinden. Ein dichter Nebel wogte über das Schlachtfeld, wenig war zu erkennen. Argwöhnisch blieb Sessa auf seiner Position. Er griff den Speer fester und stocherte im Nebel. Dabei wünschte er sich vor allem wieder daheim zu sein. Auf dem Feld zu ackern war tausendmal besser als sich hier auf dem Schlachtfeld zu opfern. Den Acker hatte er, seitdem sein Vater Dahir … Da! Aus dem Dunst sprengte eine helle Gestalt auf einem Schimmel heran! Das musste einer der feindlichen Anführer sein, Ashva war sein Name. Sessa klammerte sich zitternd an den Speer und bereitete sich auf den Zusammenstoß vor – aber Ashva ritt an ihm vorbei und verschwand im Nebel.
Sessa atmete langsam aus. Das war knapp gewesen. Sich am Kopf kratzend schaute er nach links und rechts. „Ob der wohl weit weg ist? Ich fühle mich immer noch ein bedroht.“ murmelte er halblaut vor sich hin. Der Reiter war wie aus dem Nichts gekommen und konnte ihn jederzeit angreifen. Vorsichtig machte er einen Schritt und fühlte sich gleich sicherer. Er wünschte nur, die Kriegselefanten des Maharadscha würden sich in Bewegung setzen. Dann würden die Feinde sich in ihre feinen Leinenhosen pinkeln vor Angst. Da fiel ihm ein, was ihm der Streitwagenfahrer Ratha erzählt hatte: Der Feind hatte angeblich genau so viele Kriegselefanten wie sie. „Naja, immerhin sieht man unseren Uniformhosen nicht an, wenn wir reinpinkeln.“ dachte sich Sessa und wagte einen weiteren vorsichtigen Schritt. Sein Blick schweifte nach vorn. Da mussten die feindlichen Reihen beginnen. Hoffentlich kam er hier heil raus. Hoffentlich erschlug ihn niemand. Hoffentlich schickte der König ihn bald nach Hause. Im Heerlager kursierte die Geschichte von einem einfachen Mann wie ihm, der die feindlichen Reihen durchbrochen hatte. Wegen seiner Heldentat hatte ihn der König zu seinem Minister gemacht. „Also mir würde es reichen, wenn er mir die Hand schüttelt und ich wieder zurück zu meinem Feld komme.“ murmelte Sessa und stocherte weiter mit seinem Speer im Nebel.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Spiele, Wort

2 Antworten zu “Pöppelview: Du Opfer!

  1. julia

    Ich weiss es, aber mit den Elefanten ist doch eine sehr kreative Umsetzung 🙂

  2. fabioso

    In einer früheren Version des Spiels waren es tatsächlich Elefanten.

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