Lesewahn und imaginierte Geräusche

Ich hab Worte XVII

Drei neue Vokabeln für Leute, die sich gerne literarischen Werken hingeben.

Leseverstopfung

Le|se|ver|stopf|ung (Subs.) Ein Buch, mit dem man nicht weiterkommt und das den ‚Noch-zu-lesen‘-Bücherstapel blockiert. Dabei gibt es immer einen einleuchtenden Grund, die Leseverstopfung nicht einfach zu überspringen; vielleicht ein Pflichtgefühl gegenüber dem Buchschenker oder der Autorin oder Erwartungen an das Buch. Auch Pfropfenbuch oder Librobstipation genannt.
„Dein Buchstapel wächst ja immer weiter – bist du nicht so ein Schnellleser?“ „Ich komme einfach nicht durch Arthur Gordon Pym. So ein unlesbarer Stil! Aber Alan Moore bringt eine Referenz in seinem neuesten League-Buch, da muss ich diese Leseverstopfung einfach überwinden.“

buchserkern

buch|ser|kern (Verb) Das rasende Überfliegen der Seiten eines Buches, dessen Ende man nicht erwarten kann. Entweder weil es unglaublich spannend ist, man ein Spoilern durch Mitmenschen befürchtet oder weil es einen schlicht auf die Palme bringt und man sich echauffierend in Rage liest.
„Aber du hast doch den letzten Potter-Band gelesen?“ „Mehr buchserkert. Die internetzweite Spoilerdichte hatte so zugenommen, dass ich nur einen Tag Zeit hatte.“

audialisieren

au|dia|li|sie|ren (Verb) Das hörbar machen abstrakter oder imaginärer Dinge, sich etwas vor Ohren führen.
„Meinen neuen Roman musst du dir als von Franziska Pigulla gelesenes Hörbuch audialisieren.“ „Das macht ihn etwas besser.“

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