Nerdstöckchen für alle!

Waren Nerds früher Außenseiter mit abseitigen Hobbys, definiert durch soziale Inkompetenz und außergewöhnlichen Intellekt, hat sich das Bild seit den Achtzigern gewandelt. Seit geraumer Zeit beherrschen nerdige Themen die Mainstreamkultur: Zombies auf Theaterbühnen, Superhelden im Kino, Fantasy überall und mittlerweile wissen wohl alle Menschen was Steampunk ist.

Als bekennender Nerd will ich dem Mainstream trotzen und eine Lanze für das Nerdtum alter Schule brechen. Und zwar mit einem Stöckchen, genauer gesagt einem Blogstöcken. Das besteht nicht aus Holz sondern aus Einsen und Nullen, ist also digitaler Natur. Wie es sich für ein Blogstöckchen gehört, ist es eine Liste von Fragen, die von Blog zu Blog weitergereicht wird. So entsteht eine lange Kette von Interviews, die sich durch die Blogosphäre zieht. Das Thema, wie oben angedeutet: Nerds. Und es geht raus an alle Nerdblogs da draußen in diesem bunten, neuländischem Internetz.

Das Nerd-Stöckchen

Jede darf an diesem Stöckchen teilnehmen, jeder darf es auf dem eigenen Blog posten. Ein Link hierhin zurück wäre natürlich nett. Falls jemand darüber twittern möchte, empfehle ich den Hashtag #nerdstöckchen. Das gleiche gilt natürlich fürs facebooken, googleplussen, und so weiter. Nun zum wesentlichen.

1. Siehst du dich selbst als Nerd?

Ja. Ich habe sogar eine Nerdbrille getragen bevor … ach egal, ist ja kein Hipsterstöckchen.

2. Was ist dein Nerd-Fachgebiet?

Meine nerdigen Interessen gehen schon sehr in die Breite. Man könnte sagen, dass ich Zombie-Experte bin (zertifiziert), Rollenspielnerd (Spieler, Spielleiter, Autor), Literatur- und Comicnerd, Filmnerd und so weiter. Zur Zeit schreibe ich an einem Science-Fiction-Rollenspiel mit und verfasse Artikel für das WASD-Magazin.

3. Was ist das nerdigste, was du jemals gemacht hast?

Möglicherweise der Besuch auf der FedCon, der Star-Trek-Convention. Zwei Tage mit Übernachtung. Aber ich habe weder das horrende Eintrittsgeld bezahlt – dank Pressetickets – noch Käptn Kirk auf seinem Hotelzimmer aufgelauert, das war also eher ein halbarschiger Besuch. Also war das nerdigste wahrscheinlich LARP-Spielen.

4. Und das unnerdigste?

Wahrscheinlich mein einziger Besuch eines Fußballspiels. Der Wuppertaler Sportverein hat gegen Düsseldorf gespielt. Dabei habe ich auch viel Bier getrunken, das fühlte sich schon ziemlich unnerdig an.

5. „Nerd“ ist eigentlich eher ein Wort für männliche Nerds. Sollte es eine eigene Bezeichnung für weibliche Nerds geben (wenn ja,welche?) oder sollte „Nerd“ geschlechterübergreifend verwendet werden?

„Nerdette“ klingt sehr nett. Aber der Einfachheit halber sollte mensch „Nerd“ einfach geschlechterübergreifend verwenden.

6. Wie bist du zum Nerd geworden?

Das lag wohl an einer steten Versorgung mit »Star Trek – The Next Generation«-Kassetten und »Valerian und Veronique«-Comics durch meinen Nachbarn. Dann kam etwa 1993 der Kontakt mit »Das Schwarze Auge« und alles war verloren.

7. Ist Nerdtum eine Lebenseinstellung, eine Subkultur oder einfach nur eine Label, das niemand braucht?

Als Lebenseinstellung ist Nerdtum das Abfeiern der Realität via Wissenschaftsbegeisterung bei gleichzeitiger semi-religiöser Verehrung der Phantastik. Von einer Subkultur kann man nicht reden – es gibt Nerds in allen Bereichen des Lebens.

8. Nerd ist das neue Mainstream – was für Nerd-Aspekte werden niemals Mainstream werden?

Pen & Paper-Rollenspiele wie »Dungeons & Dragons« werden wohl nie Mainstream werden. Dazu benötigen alle Beteiligten zu viel Einarbeitungszeit, zu viel Vorwissen und müssen dann auch noch jede Menge Freizeit opfern.

9. Dein Lieblingsnerd in der Fiktion?

Spontan fällt mir da Topher Brink aus Joss Whedons Serie »Dollhouse« ein. Ein Programmiergenie, das künstliche Persönlichkeiten entwirft und sie in Menschen mit „gelöschtem“ Gehirn einspeichert. Dabei hat er ein paar soziale Probleme, trägt aber keine Nerdbrille. Oder Bilbo Beutlin. Der möchte einfach nur in seiner gemütlichen Höhle sitzen und sich mit Kuchenessen und obskuren Hobbit-Hobbys beschäftigen. Dann tauchen diese Zwerge und der Zauberer auf und zerren ihn in das „Real Life“.

Dieses Nerdstöckchen geht explizit raus an:

André Wiesler, der nicht nur ein hervorragender Spielleiter und Autor zahlreicher Phantasitk-Bücher ist.
Britta Kretschmer, die eine Literatur-Nerdette vor dem Herrn ist. Zu Brittas Antworten …
Chris Strauss, die fantasievolle Illustrantin, mit der ich zusammen so gerne Doctor Who gucke.
David Grashoff, der als „Dirty Nerd“ die Slambühnen der Republik unsicher macht.
Ingo Schulze, der bei Greifenklaue mächtig viel übers Rollenspiel bloggt.
Michael Nalazek, der immer wider leckere Blogware für Nerdsnacks findet. Zu Michas Antworten …
Und, last but not least, Peter vom Kothen, oben erwähnten Nachbarn und Erfinder von Mice Trek – Star Trek als Nagercartoon.

Neu dazugekommen ist Danares mit ihrem Kulturblog für Weltliteratur und Straßenpoesie.

(24. April 2014) Noch mehr Nerds! Paula O, Martin Ingenhoven und Su’s Bücherecke

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Bloggerei

5 Antworten zu “Nerdstöckchen für alle!

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