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Pöppelview: Du Opfer!

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Was denken Pöppel? Was fühlen Pöppel? Ein Hineinfinden in das Seelenleben der kleinen Spielfiguren aus Holz oder Plastik ist nicht einfach. Dennoch versucht es der heutige Blogeintrag. Wer den Brettspielklassiker meint erkannt zu haben kann die eigene Vermutung über die Kommentarfunktion kundtun. Weiterlesen

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Pöppelview: Bauernleben

Was denken Pöppel? Was fühlen Pöppel? Ein Hineinfinden in das Seelenleben der kleinen Spielfiguren aus Holz oder Plastik ist nicht einfach. Dennoch versucht es der heutige Blogeintrag. Wer das Spiel erkennt kann über die Kommentarfunktion mitraten. Schlaumeier können sicher auch mit einer Punktzahl für den heutigen Pöppel aufwarten.

Bauern im MittelalterJaques lag auf der Wiese und dachte über sein Leben nach. Es war ein gutes Leben, keine Frage. Er war schon immer Bauer gewesen, bestellte die Felder und behielt alles im Auge. Die grünen Weiden, die weißen Straßen, die drei Städte, an die seine Wiese angrenzte, den Wandel der Zeiten hatte er unbeschadet überstanden. Seit kurzem hatte er sogar ein Schwein. Es weidete zwar hinter der Stadt, aber immer noch auf seiner Wiese.

Ja, das war kein gerader Acker, den der Herrgott ihm da zugetan hatte. Die Wiese war mehr ein Grünstreifen, wand sich entlang zwischen Stadtmauern und Wegen. Nicht ganz einfach zu bestellen. Aber die Ausdehnung seiner Lande kam erst mit den Jahren. Ganz früher hatte er nur eine kleine Parzelle sein eigen genannt, mitten im Nirgendwo. Er fragte sich, wie lange das mittlerweile her war.

Damals hatte es noch keine Stadt gegeben, nur eine unfertige Straße. Bald darauf kam sogar einen Räuber, der sie unsicher machte. Aber als die Stadt an einem Ende und das Kloster am anderen Straßenende fertig errichtet wurden, machte sich der Räuber davon. Wahrscheinlich hatte ihn der fromme Bruder Godefroi aus dem Kloster vertrieben. Oder der Ritter in der Stadt. Herr Guillaume war ja auch von beeindruckender Gestalt, fast doppelt so groß wie der andere Ritter im Ort, Herr Henri.Beide gehörten unterschiedlichen Familien an und Herr Guillaume machte seinem kleineren Kollegen das Leben ganz schön schwer.

Jaques war froh, nur ein Bauer zu sein. Keine Streitigkeiten mit anderen. Obwohl, so ganz stimmte das ja nicht. Auf dem Acker gegenüber, hinter dem Wirtshaus am See, konnte er die strohgelbe Camille sehen. Und auf der selben Wiese, nur getrennt durch das Kloster, stand ihr Mann, Luc. Widerliches Gesindel. Fast hätten sie seine Wiese übernommen und ihn zu ihrem Leibeigenen gemacht. Aber eine glückliche Fügung hatte das verhindert. Die Stadt im Osten hatte sich weiter ausgebreitet und ein Aufeinandertreffen der Bauern verhindert. Nicht, das diese Schurken auch noch sein Schwein gekriegt hätten.

Entspannt schaute Jaques in den Himmel. Wie lang er wohl noch hier liegen konnte? Manchmal träumte er davon, sein Bauerndasein zu beenden. Ritter zu werden oder Mönch. In heimlichsten Gedanken malte er sich sogar ein risikoreiches und gesetzloses Dasein als Räuber aus. Aber in diesem Leben wird das wohl nichts mehr, seufzte Jaques. Er war Bauer und würde das sein bis zum letzten Tag. Dann würde der Herr ihn heraufnehmen in den Himmel und seine Verdienste aufzählen. Bis dahin konnte er aber noch ein bisschen auf der Wiese liegen.

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Extreme Overkill

space gothic extreme overkill coverEndlich! Auf der SPIEL 2011 fiel es mir in die Hände: Extreme Overkill. Raumschiffe, Waffen und mehr für das SF-RPG Space Gothic. Und meine erste Hardcover-Mitveröffentlichung. Als David Grashoff vor etwa drei Jahren eine E-Mail an mich mit den Worten „Hab ich keine Zeit für. Wär das was für dich?“ weitergeleitet hat, war ich selig. Mitschreiben beim Relaunch von Space Gothic? Das deutsche Science-Fiction-Rollenspiel, das ich in meiner Teenagerzeit sehr geliebt habe? Nichts lieber als das! Die Mitarbeit am Grundregelbuch erschöpfte sich dann zwar in einem Gespräch mit Christian Lonsing von Ulisses, aber ein paar Gedanken daraus meine ich doch in den Regeln wiederzufinden. Zum Glück kam später die Anfrage für den ersten Quellenband Extreme Overkill, und ich habe mit Freuden mitgearbeitet. Aber worum geht es eigentlich?

Kurz gesagt ist Space Gothic ein Rollenspiel im Weltraum. Die Spieler schlüpfen in Rollen von Raumpiloten, Soldaten und Agenten im 23. Jahrhundert. Die Menschheit hat einen Großteil der Erde atomar verseucht, rechtzeitig einen Überlichtantrieb entwickelt und das Universum besiedelt. Dann gab es Krieg zwischen der TSU (der Terranischen Staaten-Union) und dem Konzern Shark Investments, aus der die TSU und der eng mit ihr verbundene Konzern Prometheus Technical Industries siegreich hervorgingen. Natürlich alles düster, wie sich das für ein Rollenspiel aus den Neunzigern gehört. Die Regierung ist korrupt, die Existenz außerirdischer Monster wird vertuscht, religiöse und andere Fanatiker säen Terror während die Bürger von den Medien eingelullt werden. Aufgelockert wird das allerdings durch einen sarkastischen und manchmal zotigen Humor. Alles ist nur ein Spiel. Richtig schön ist das Setting wegen seiner Vielseitigkeit. Neo-Noir à la Blade Runner, Horror wie in Alien, Action wie bei Total Recall oder Neo-Western wie Outland. Es geht um Menschen im All, die sich auch in der Zukunft nicht zu moralisch besseren Wesen entwickelt haben. Nicht so schön sind die Regeln. Ähnlich wie Call of Cthulhu, nur nicht so angenehm einfach. Viele Tabellen mit Trefferzonen, zahlreiche Möglichkeiten für Geisteskrankheiten und haufenweise Ausrüstungsgegenstände. Fast nur für Zahlenfetischisten und Kleinkramaufschreiber spielbar. Genau das richtige für mich und meine rollenspielenden Freunde in den Neunzigern.

T-Rex 800 aus Space Gothic Extreme Overkill

Der T-Rex 800. Fabelhafte Illustration von Florian Stitz

Extreme Overkill war für mich also eine Rückkehr in ein bekanntes Universum. Jetzt, etwas mehr als zwei Jahre nachdem ich alles niedergeschrieben habe, kehre ich beim Durchblättern erneut zurück. Und entdecke, dass mein Einleitungssatz im Kapitel „Kriegsführung im 23. Jahrhundert“ von neuen Erkenntnissen überholt worden ist. Ich lasse Commander Emma Kaur sagen: „Seit der Homo sapiens sapiens den Neandertaler mit Faustkeilen ausrottete …“ Dabei hat sich in der Zwischenzeit herausgestellt, dass sich die Neandertaler und unsere Vorfahren wohl doch vermischt haben. Aber die aggressive Ausrottungs-Version passt besser in das brutale Space-Gothic-Universum, dessen Timeline ohnehin im Jahr 1999 abweicht. Zukunftsvisionen und Forschungsergebnisse werden halt schneller obsolet als Eintagsfliegen geriatrisch. Großen Spaß hatte ich bei der Erschaffung der Dinosaurier. Wie im Vorgänger Overkill II sind geklonte Dinosaurier für die Kavallerie des 23. Jahrhunderts dabei. Jurassic Park meets Starship Troopers. Zwar vollkommen großartig, aber auch – Einwand von Redakteur Christian Lonsing – etwas schwachsinnig. Wer braucht Klonsaurier, wenn er Panzer hat? Die Lösung: Shark Investments hat Kampfsaurier aus Freizeitpark-Dinos gezüchtet, um sie an unwirtlichen und technologiefeindlichen Orten einzusetzen. So hat das Team aus Christian, Peer Bieber, Heiko Oertel und mir aus den beiden Overkill-Bänden der alten Version Extreme Overkill gemacht. Und wir sahen, dass es gut war.

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Pöppelview: Hardboiled Anger Management

Gefährliches Pflaster

Was denken Pöppel? Was fühlen Pöppel? Ein Hineinfinden in das Seelenleben der kleinen Spielfiguren aus Holz oder Plastik ist nicht einfach. Dennoch versucht es der heutige Blogeintrag. Wer den Brettspielklassiker meint erkannt zu haben kann die eigene Vermutung über die Kommentarfunktion kundtun.

Giallo steckte sich noch eine an. Er stand an der Ecke im Regen und fror sich die Eier ab. Mit einem Ruck schlug er den Kragen seines gelben Trenchcoats hoch. Im trüben Schein der Straßenlaterne entstieg seinen Lungen eine Mischung aus Rauch und kondensierendem Atem, die in der Dunkelheit zerfaserte.

Kaum zu fassen: Endlich raus aus dem Bau. Wie lange hatte er gesessen? Es war fast egal, er konnte die verlorene Zeit eh nicht aufholen. Jetzt wollte er nur noch nach Hause. Ob die drei anderen … Da! Schritte hinter ihm in der Dunkelheit. Sicher einer von Verdes Leuten. Zügig bog er um die Ecke. Die Schritte wurden schneller. Giallo auch. Die Schritte wurden immer leiser. Langsam beruhigte er sich wieder. Doch nur falscher Alarm.

An der nächsten Ecke zündete er sich wieder eine an. Giallos Blick wanderte über die Häuserfassaden … und ihm schauderte. Das war das Hauptquartier von Rossos Bande! Wenn jetzt einer rauskam, wäre es aus mit ihm gewesen. Mit einem unterdrückten Fluch warf er die Kippe in den Gully. Nichts wie weg.

Er kam nicht weit, als er wieder Schritte hinter sich hörte. Ein unauffälliger Schulterblick. Keiner von Rossos Männern. Das war einer von Verdes Jungs. Hatte er ihn doch nicht abgeschüttelt. Sein Nahme war Ahdar oder so. Kein Italiener, sondern von einer kleinen Insel irgendwo im Mittelmeer. Malta vielleicht? Egal. Ahdar war einer von Verdes Superschnüfflern, Abhängen kam nicht in Frage.

Giallo beschleunigte, bog um die Ecke und verschwand in einer Seitengasse. Hinter ein paar Mülltonnen hockte er sich hin und widerstand der Versuchung, eine Zigarette anzuzünden. Ahdar kam an der Gasse vorbei. Er rannte fast, weil er Giallo aus den Augen verloren hatte. Der Mann hinter der Mülltonne hätte beinahe gelacht. Sein Schatten verlor die Nerven so schnell wie ein grüner Junge. Leise wie ein Luchs verließ er die Gasse und schlich hinter dem vermutlichen Malteser her.

Ahdar stand an der nächsten Ecke und schaute abwechselnd nach Links und Rechts. Wie gut, dass der Bursche keine Augen im Hinterkopf hat, dachte sich Giallo. Mit einem gezielten Faustschlag in den Nacken hieb er ihn um und ließ ihn an der Ecke liegen. Wenn die Bullen ihn hier finden, dann schleppen sie ihn auf die Wache. Um Giallo dann noch zu folgen, hätte er durch die ganze Stadt laufen müsssen. Das Problem war gelöst.

Jetzt stand er auf dem Bürgersteig gegenüber von seinem Haus und schaute nach oben. Seine Wohnung lag im dritten Stock. Etwas stimmte nicht. Er wartete. Rauchte noch eine. War da Bewegung hinter den Vorhängen? Zu spät sah er etwas Schwarzes im Augenwinkel. Mit pochendem Schädel wachter er in seiner Zelle auf. Giallo atmete tief durch. Kein Grund, sich zu ärgern. Irgendwann kam er wieder raus.

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Pöppelview: Underwater Love

Erika die Rote stand im Bug. Vor ihr die raue See, hinter ihr die versinkende Insel. Sicheres Land war am Horizont zu sehen. Ob sie es wohl schaffen konnten?

Roter Pöppel

Erika die Rote. Oder Erik? Oder irgendwer anders? Die roten sehen alle so gleich aus ...

Als sie und ihr Mann von der überfluteten Küste ins Schiff gesprungen waren, kam Baldur der Blaue hinterher. Der Narr wollte sie durch haiverseuchte Gewässer steuern, aber hier waren immer noch mehr aus Erikas Clan an Bord. Sah Baldur nicht, dass in der Nähe der Haie auch ein schiffzerstörender Krake lauerte? Gideon der Grüne und zwei von seinem Clan waren schon in ihr Verderben geschippert. Denen konnte auch kein Delphin mehr helfen.

Sie sah noch einmal zurück. Nach und nach versank ihre Heimat in den Fluten. Zuerst waren ihre Küsten dran. Jetzt versanken auch schon die höher gelegenen Waldregionen. Auch die Berge würden den Fluten nicht mehr lange standhalten. Sie musste vorwärts blicken. Drei Seemeilen hatten sie schon geschafft.

Aber was war das? Ein ungutes Gefühl bemächtige sich ihrer. Als ob das Rad des Schicksals ihren Tod forderte. Mit einer mächtigen Woge brach der Kopf eines gewaltigen Meeresungeheuers aus dem unruhigen Wasser: Eine Seeschlange! Sie waren verloren …

Erkennt jemand das Spiel?

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