Archiv der Kategorie: Wortspinnerei

Zesenfilmtitel

EIne Gestalt, deren Kopf mit Klopapier umwickelt wurde.

Dörrleichenverkleidung, selbstgemacht

Wir haben Philipp von Zesen viel zu verdanken. Zum Beispiel das Weltall, den Kreislauf und die Leidenschaft. Der Dichter mit dem Pseudonym Ritterhold von Blauen war ein großer Freund der Verdeutschungen und hat jede Menge Fremdwörter in unsere Muttersprache übertragen. Weiterlesen

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Ei-Ku I

Ostern ist abgefrühstückt, alle bunten Eier verzehrt und das Cholesterin abgebaut. Zeit, das Fest literarisch zu verarbeiten. Mit einem Eibrot-Haiku.

Scheiben auf dem Brot
Schneeweiß und Narzissengelb
Fehlt nur noch das Salz

Bemalte Ostereier

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Ich hab mehr Worte …

Ein kurzes Poutpourrie aus den Neologismen der Woche. Den Auftakt macht eine Redewendung aus dem tiefsten Onliner-Herzen:

Auf dem Papierweg sein

Verbreitet unter Print-Journalisten und anderen Vertretern etablierter Medien. Wer auf dem Papierweg ist, druckt nicht nur E-Mails aus, sondern sieht auch in der ganzen Onlinerei nur eine vorübergehende Modeerscheinung.

Hörzension

Die Rezension eines Hörbuch, Hörspiels oder eines anderen akustischen Kunsterzeugnisses. Zum Beispiel gerade aktuell auf Fischpott.

Der Neologismus der Woche kommt allerdings von der Titanic und beschreibt Äußerungen von Charlotte Roche:

Rammelgestammel

 

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Ich hab Worte: Schwunbehagen

Sexy Crossdresser

Kein Fall von Schwunbehagen

Das diffuse Gefühl eines aufgeklärten, nicht-homosexuellen Mannes, das Gegenüber halte einen selbst für homosexuell. Meistens nach einer missverständlichen Äußerung. Aufgrund der immer-noch Tabuisierung von Homosexualität auch nicht Nicht-Homophobiker leicht unangenehm. Die oder der andere könnte vielleicht seltsam reagieren. Oder man sieht romantische Absichten gegenüber seiner Gesprächspartnerin vereitelt. Warum auch immer, der Schwunbehagen verspürende will die Lage aufklären.
Das Dilemma ist aber folgendermaßen: Urplötzlich zu sagen: „Ich bin gar nicht schwul!“ klingt nach homophobem Tourette. Man will weder ein sexistisches „Ich hasse die Homos auch, Kamerad.“ noch ein „Ich aber. Hast Du ein Problem damit?“ als Antwort riskieren. Im weiteren Verlauf versucht man dann, die Konversation in eine heteronormative Richtung zu lenken. Oder beiläufig die eigene Ex-Freundin zu erwähnen. Was natürlich auch nichts beweist.
Schwunbehagen gibt es natürlich auch als Lesbunbehagen, Hetunbehagen und Biunbehagen.

„Und dann hab ich der Barkeeperin gesagt, dass der diesjährige CSD viel besser als der vom letzten Jahr war.“  „Wolltest Du sie nicht nach ihrer Telefonnummer fragen?“  „Ja, aber die nächste halbe Stunde hab ich voller Schwunbehagen immer wieder über Fußball geredet.“  „Und dann sie hat dich gefragt, welchen Typ aus der Nationalmannschaft Du am heißesten findest, hab ich recht?“  „Cacau. Aber auf eine total heteronormative Weise!“

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Ich hab Worte VIII: prokrasti… essen

Leerer Teller

Nach dem Mahl

Die folgende Neuwort-Möglichkeit habe ich übersetzt/abgeschrieben von Urban Dictionary. Dort ist das schöne Wort ProcrastinEating zu finden: Prokrastination durch Essen.

Die Situation dürfte bekannt sein. Anstatt wichtige Hausarbeiten, Bewerbungen oder andere anstehende Tätigkeiten zuerledigen, kocht der Prokrastinator erstmal was schönes. Und schiebt durch Essen alles hinaus. Mit „Glück“ ist der oder die Prokastinatorin dann zu voll, um mehr zu tun als verdauen. Als deutsche Entsprechung fallen mir allerdings gleich zwei mögliche Worte ein: Prokrasdinieren und Profraßtinantion.

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